Zehn Seiten, und der Drucker braucht gefühlt eine Ewigkeit. Seite für Seite kommt im Schneckentempo heraus, manchmal mit langen Pausen zwischen den Blättern. Was früher schneller war, zieht sich heute – ohne dass sich äußerlich etwas verändert hat.
Langsames Drucken ist selten ein Zeichen für einen ernsthaften Defekt. Aber es hat fast immer eine erklärbare Ursache. Und viele davon lassen sich direkt in den Einstellungen beheben.
Druckmodus und Qualitätsstufe
Der mit Abstand häufigste Grund für langsames Drucken ist die eingestellte Druckqualität. Je höher die Qualitätsstufe, desto mehr Tinte oder Toner wird aufgetragen – und desto langsamer läuft der Druckkopf über das Papier. Bei der höchsten Qualitätsstufe kann ein Drucker fünf- bis zehnmal langsamer sein als im Entwurfsmodus.
Für normale Dokumente, interne Ausdrucke oder Texte reicht „Entwurf“ oder „Normal“ völlig aus. Die Druckqualität ist dabei für den Alltagsgebrauch kaum sichtbar schlechter. Die Einstellung findet sich im Druckdialog unter „Qualität“ oder „Druckmodus“ – bevor man das Dokument absetzt.
Beidseitiger Druck verlangsamt erheblich
Wenn der Drucker automatisch beidseitig druckt – auch Duplex-Druck genannt – dauert jeder Druckvorgang deutlich länger, weil das Papier nach der ersten Seite intern gewendet werden muss. Das ist bei Tintenstrahldruckern besonders spürbar, weil die erste Seite zusätzlich kurz trocknen muss bevor die Rückseite bedruckt wird.
Wer nicht explizit beidseitig drucken muss, sollte im Druckdialog prüfen ob diese Option aktiv ist – manchmal ist sie als Standardeinstellung gesetzt ohne dass man es bewusst eingestellt hat.
Druckertreiber und Verarbeitungsgeschwindigkeit
Ein veralteter oder beschädigter Druckertreiber kann die Druckgeschwindigkeit messbar reduzieren. Das liegt daran, dass der Treiber für die Aufbereitung der Druckdaten zuständig ist – wenn diese Aufbereitung ineffizient läuft, wartet der Drucker auf Daten bevor er weitermachen kann.
Wenn der Drucker früher schneller war und sich die Geschwindigkeit ohne erkennbaren Anlass verschlechtert hat – zum Beispiel nach einem Windows-Update – lohnt sich eine Treiber-Neuinstallation als Test.
Netzwerkdrucker: Verbindung als Flaschenhals
Bei WLAN-Druckern kann eine instabile oder schwache WLAN-Verbindung die Druckgeschwindigkeit stark beeinflussen. Der Drucker empfängt die Druckdaten häppchenweise statt in einem Zug – und macht zwischen den Paketen Pause. Das äußert sich als ruckeliges, stockendes Drucken mit unregelmäßigen Pausen.
Wer dieses Muster kennt, sollte prüfen ob der Drucker einen guten WLAN-Empfang hat. Manchmal hilft es den Drucker näher an den Router zu stellen oder – wenn möglich – auf eine USB-Verbindung umzustellen. USB ist in der Regel deutlich schneller und stabiler als WLAN, wenn es um reine Druckgeschwindigkeit geht.
Tintenstrahler nach dem Einschalten: normale Anlaufzeit
Tintenstrahldrucker führen beim ersten Druckauftrag nach dem Einschalten eine kurze interne Initialisierung durch. Je nach Modell kann der erste Ausdruck dadurch deutlich länger dauern als alle nachfolgenden. Das ist normal und kein Fehler.
Wer regelmäßig nur eine oder zwei Seiten druckt und dabei immer auf die erste Seite wartet, erlebt diesen Effekt jedes Mal. Die Lösung ist simpel: Drucker einschalten, kurz warten bis die Initialisierung abgeschlossen ist (die Kontrollleuchten leuchten stabil), dann erst drucken.
Großformatige Dateien und komplexe Grafiken
Druckt man eine PDF-Datei mit vielen hochauflösenden Bildern oder ein Dokument mit komplexen Grafiken, kann allein die Verarbeitungszeit auf dem Computer erheblich sein. Der Drucker wartet dabei nicht weil er langsam ist, sondern weil der Computer noch mit der Aufbereitung der Druckdaten beschäftigt ist.
Lässt sich in der Taskleiste oder im Druckdialog beobachten: Wenn die Druckdatei „Wird verarbeitet“ anzeigt bevor sie an den Drucker übergeben wird, liegt die Verzögerung auf der Computer-Seite. Leistungsschwächere Rechner sind hier stärker betroffen.
Wenn der Drucker generell langsamer geworden ist
Hat sich die Geschwindigkeit schleichend verschlechtert ohne erkennbaren Auslöser, lohnt sich ein Blick auf die Druckereinstellungen auf eine etwaige aktivierte Tintentrocknungsfunktion. Manche Drucker – vor allem bei Hochglanzpapiereinstellungen – fahren nach jeder Seite kurz hoch und lassen die Tinte trocknen bevor das nächste Blatt folgt. Diese Einstellung kann versehentlich aktiv sein auch wenn man auf normalem Papier druckt.
Unter den Druckereigenschaften im Reiter „Papier“ oder „Qualität“ nachschauen ob Einstellungen für besondere Papiersorten aktiv sind, die eigentlich gar nicht zutreffen.
