Druckkopf reinigen – wann es nötig ist und wie es Schritt für Schritt klappt

Streifen im Ausdruck, Lücken wo eigentlich Farbe sein sollte, blasse Textstellen obwohl die Patrone noch gut gefüllt ist – das sind fast immer Zeichen eines verstopften Druckkopfs. Wer das kennt, fragt sich meistens als erstes: Muss ich den Drucker jetzt aufschrauben? Die gute Nachricht: nein, meistens nicht.

Die meisten Tintenstrahldrucker bringen eine eingebaute Reinigungsfunktion mit, die das erledigt. Und wann man sie nutzen sollte – und wann besser nicht – macht dabei einen Unterschied.

Was ein Druckkopf ist und warum er verstopft

Beim Tintenstrahldrucker drückt der Druckkopf winzige Tintentröpfchen durch hauchdünne Düsen auf das Papier. Diese Düsen sind so klein, dass Tintenreste die an der Luft eintrocknen sie schnell blockieren können.

Das passiert vor allem wenn der Drucker längere Zeit nicht benutzt wird. Auch beim normalen Betrieb können sich Ablagerungen bilden, besonders wenn günstigere kompatible Tinten verwendet werden, die manchmal eine andere Konsistenz als Originalfarben haben.

Je nach Druckertyp sitzt der Druckkopf entweder direkt in der Tintenpatrone – dann löst sich das Problem oft durch den Austausch der Patrone – oder er ist fest im Drucker verbaut und muss separat gereinigt werden.

Die automatische Reinigung: so funktioniert sie

Alle gängigen Tintenstrahldrucker haben eine Druckkopfreinigung in der Software. Der Weg dorthin ist je nach Hersteller etwas unterschiedlich, folgt aber immer demselben Muster.

Unter Windows: Drucker in der Systemsteuerung oder den Einstellungen öffnen → Druckerpräferenzen oder Druckereigenschaften aufrufen → dort einen Reiter namens „Wartung“, „Extras“, „Hilfsprogramme“ oder ähnliches suchen. Darin findet sich die Option „Druckkopfreinigung“ oder „Druckkopfdüsen reinigen“.

Die Reinigung dauert meist ein bis zwei Minuten und verbraucht dabei etwas Tinte – der Drucker spült die Düsen intern durch. Danach unbedingt eine Testseite oder ein Düsenmuster drucken. Daran sieht man direkt ob die Reinigung etwas gebracht hat.

Falls das Druckbild danach noch Lücken zeigt, einen zweiten Reinigungszyklus durchführen. Mehr als zwei bis drei Zyklen hintereinander sind aber nicht empfehlenswert – übermäßiges Reinigen verbraucht viel Tinte und kann die Düsen auf Dauer belasten.

Wenn die automatische Reinigung nicht reicht

Manchmal sitzen die Ablagerungen zu hartnäckig für die automatische Spülung. In diesem Fall kann eine manuelle Reinigung helfen – allerdings nur wenn der Druckkopf herausnehmbar ist.

Herausnehmbare Druckköpfe – die bei manchen Druckern separat von den Patronen eingesetzt werden – können behutsam mit destilliertem Wasser gereinigt werden. Dazu ein weiches, fusselfreies Tuch leicht anfeuchten und die Düsenöffnungen sanft abwischen. Keine Gewalt, keine Lösungsmittel, kein Alkohol auf den Düsen selbst.

Den Druckkopf danach an der Luft trocknen lassen bevor er wieder eingesetzt wird – mindestens 10 bis 15 Minuten.

Fest verbaute Druckköpfe lassen sich von außen kaum manuell reinigen. Hier ist die automatische Reinigungsfunktion das einzige werkzeuglose Mittel.

Wann eine Reinigung sinnvoll ist – und wann nicht

Die automatische Reinigung verbraucht Tinte. Bei einem Drucker dessen Patronen schon fast leer sind, sollte man erst neue Patronen einsetzen – sonst läuft die Reinigung möglicherweise ins Leere und die Düsen trocknen danach noch schneller wieder ein.

Außerdem: Wenn der Drucker gerade erst lange nicht benutzt wurde, lohnt sich manchmal einfach ein normaler Testdruck als erster Schritt. Manchmal fließt die Tinte nach den ersten paar Seiten wieder gleichmäßig, ohne dass eine explizite Reinigung nötig wäre.

Wer regelmäßig Probleme mit streifigen Ausdrucken hat und vermutet, dass der Druckkopf generell für die Qualitätsprobleme verantwortlich ist, findet im Artikel Drucker druckt Streifen oder hat Lücken im Ausdruck eine ausführlichere Einordnung.

Ein Punkt der oft vergessen wird

Drucker die selten benutzt werden, profitieren davon gelegentlich eine einzelne Testseite zu drucken – auch wenn gerade kein eigentlicher Druckbedarf besteht. Das hält die Tinte in Bewegung und verhindert, dass die Düsen durch eingetrocknete Tintenreste dauerhaft verstopfen.

Klingt nach einer Kleinigkeit. Spart aber auf Dauer eine Menge Reinigungszyklen – und damit auch Tinte und Nerven.