Wer sich schon einmal durch eine hängende Druckerwarteschlange gekämpft hat, ist früher oder später auf einen Begriff gestoßen: Druckspooler. Oder auf die Empfehlung, diesen Dienst neu zu starten. Aber was macht der Spooler eigentlich – und warum ist er so anfällig?
Was der Druckspooler tut
Der Druckspooler ist ein Windows-Hintergrunddienst, der zwischen dem Druckbefehl des Nutzers und dem physischen Drucker vermittelt. Wenn man auf „Drucken“ klickt, landet der Auftrag nicht sofort beim Drucker. Er wird zunächst vom Spooler entgegengenommen, als Datei gespeichert, in eine Warteschlange eingereiht und dann nach und nach an den Drucker weitergeleitet.
Das hat einen praktischen Vorteil: Man kann mehrere Druckaufträge hintereinander abschicken, auch wenn der Drucker gerade noch mit dem ersten beschäftigt ist. Der Spooler puffert sie und arbeitet sie der Reihe nach ab.
Ohne Spooler würde man bei jedem Druckauftrag warten müssen bis der Drucker fertig ist, bevor man den Computer wieder nutzen oder einen weiteren Auftrag senden kann.
Warum der Spooler so häufig Probleme macht
Der Spooler ist ein Dienst der ununterbrochen läuft – und je mehr verschiedene Drucker, Treiber und Druckaufträge durch ihn laufen, desto mehr Möglichkeiten gibt es für Konflikte.
Ein beschädigter oder inkompatibler Druckertreiber ist der häufigste Auslöser für Spooler-Abstürze. Wenn ein Treiber fehlerhafte Daten an den Spooler übergibt, kann der Dienst damit nichts anfangen und stürzt ab. Das passiert besonders häufig nach Windows-Updates, die bestehende Treiber überschreiben oder verändern.
Ein weiterer Grund: Druckaufträge die nie vollständig abgeschlossen wurden. Sie bleiben als Dateien im Spooler-Ordner stecken und werden beim nächsten Start des Dienstes erneut verarbeitet – was zu Fehlern führen kann wenn der dazugehörige Drucker nicht mehr existiert oder der Auftrag beschädigt ist.
Woran man erkennt dass der Spooler das Problem ist
Der Drucker ist angeschlossen, die Verbindung scheint zu stimmen – aber nichts druckt. Neue Aufträge kommen nicht durch, alte Aufträge lassen sich nicht löschen. In der Druckerwarteschlange stehen Einträge die sich nicht entfernen lassen, egal wie oft man auf Löschen klickt.
Das sind klassische Zeichen eines hängenden oder abgestürzten Spoolers. Im Gegensatz zu anderen Druckerfehlern liegt das Problem hier nicht am Drucker selbst, sondern ausschließlich im Windows-Dienst.
Spooler neu starten – so geht es
Windows-Suche öffnen und „Dienste“ eintippen. In der Liste den Eintrag „Druckspooler“ suchen. Rechtsklick → Neu starten.
Falls der Dienst gar nicht mehr läuft und der Button „Neu starten“ nicht verfügbar ist: Rechtsklick → Starten.
Danach die Druckerwarteschlange öffnen und prüfen ob die hängenden Aufträge jetzt gelöscht werden können. Falls nicht, hilft die ausführlichere Methode mit dem manuellen Leeren des Spooler-Ordners – die im Artikel Druckerwarteschlange hängt Schritt für Schritt beschrieben ist.
Wenn der Spooler immer wieder abstürzt
Ein einmaliger Absturz ist kein Alarmsignal. Wenn der Spooler aber regelmäßig – etwa mehrmals pro Woche – abstürzt oder sich aufhängt, steckt meist ein tieferes Problem dahinter.
In diesem Fall lohnt sich die Frage: Welcher Treiber ist zuletzt installiert oder aktualisiert worden? Ein fehlerhafter Treiber ist die häufigste dauerhafte Ursache für instabiles Spooler-Verhalten. Den betreffenden Treiber vollständig deinstallieren und durch eine saubere Version vom Hersteller ersetzen löst das Problem in den meisten Fällen dauerhaft.
Wer mehrere Drucker am selben Computer betreibt, sollte außerdem prüfen ob veraltete Treiber von Geräten die längst nicht mehr genutzt werden noch im System vorhanden sind. Diese alten Treiber können den Spooler belasten ohne dass man es direkt merkt. Aufräumen in der Druckerliste kostet wenig Zeit und kann Stabilität deutlich verbessern.
Spooler auf automatischen Neustart konfigurieren
Windows erlaubt es, Dienste so einzustellen dass sie nach einem Absturz automatisch neu gestartet werden. Das ist keine Lösung für die Grundursache, aber ein nützliches Sicherheitsnetz für den Alltag.
Dazu in den Diensten den Druckspooler doppelklicken, dann den Reiter „Wiederherstellung“ öffnen. Dort lässt sich einstellen was bei einem ersten, zweiten und weiteren Fehlern passieren soll – etwa „Dienst neu starten“. So merkt man einen Spooler-Absturz oft gar nicht, weil der Dienst sich selbst wieder aufrichtet bevor der nächste Druckauftrag ankommt.
