Papierstau beseitigen – so geht es ohne den Drucker zu beschädigen

Der Drucker stoppt mitten im Druck, eine Lampe blinkt, und auf dem Display erscheint irgendetwas mit „Papierstau“. Oder er meldet einen Stau, obwohl man gar keinen sieht. Beides kennt man, beides ist lösbar – aber wie man dabei vorgeht, macht einen Unterschied.

Denn der häufigste Fehler beim Papierstau ist Ungeduld: reißen, ziehen, zu viel Kraft. Das kann das Papier zerreißen und kleine Fetzen tief im Drucker hinterlassen, die erst beim nächsten Druck wieder Probleme machen. Oder schlimmer – es beschädigt die Einzugsrollen oder andere Mechanik.

Zuerst: Ruhe bewahren und Strom trennen

Bevor man irgendetwas anfasst, den Drucker ausschalten und – wenn möglich – vom Strom nehmen. Das hat zwei Gründe: Erstens bewegen sich beim laufenden Drucker interne Teile, die beim Eingreifen gefährlich werden können. Zweitens setzt sich manche Mechanik nach dem Ausschalten in eine günstigere Position, in der das Papier leichter zugänglich ist.

Kurz warten. Dann alle Abdeckungen öffnen, die der Drucker hat – vorne, hinten, oben. Je nach Modell kann das Papier an verschiedenen Stellen stecken, und man sieht erst mit allen geöffneten Zugängen das vollständige Bild.

Das Papier herausziehen – aber richtig

Wenn das Papier sichtbar und greifbar ist: mit beiden Händen gleichmäßig und langsam herausziehen. Die Richtung spielt eine Rolle – idealerweise in die Richtung ziehen, in die das Papier normalerweise transportiert wird (also in Druckrichtung), nicht rückwärts. Das schont die Einzugsrollen.

Langsam und gleichmäßig ist das Stichwort. Nicht ruckartig. Wenn es hakt, nicht mit mehr Kraft – sondern nachschauen ob das Papier irgendwo eingeklemmt ist und die Klemme zuerst lösen.

Falls das Papier reißt und ein Stück im Gerät bleibt, unbedingt auch das Reststück entfernen. Ein vergessener Papierfetzen verursacht beim nächsten Druck mit Sicherheit den nächsten Stau.

Wenn man das Papier nicht sieht

Manchmal meldet der Drucker einen Stau, aber das Papier ist nirgends sichtbar. Das passiert vor allem wenn das Papier ganz am Anfang des Einzugs oder tief im Inneren feststeckt.

Bei vielen Druckern gibt es an der Rückseite eine abnehmbare Klappe oder einen herausnehmbaren Papierpfad – der sogenannte Duplex-Einheit oder hintere Zugangspfad. Wenn man diese Klappe öffnet, kommt man an Stellen heran, die von vorne nicht zugänglich sind.

Taschenlampe zur Hand nehmen und ins Druckerinnere leuchten. Oft sieht man dann den Papierfetzen der vorhin unsichtbar war.

Nach dem Beseitigen: Drucktest

Wenn das Papier vollständig entfernt ist, alle Klappen schließen, Drucker einschalten und eine Testseite drucken. Das zeigt ob der Drucker wieder normal funktioniert und ob wirklich kein Papierrest mehr im Gerät ist.

Falls der Drucker weiterhin einen Stau meldet obwohl man nichts mehr findet: Drucker komplett ausschalten, eine Minute warten, neu starten. Manche Geräte setzen den Fehlerstatus nicht sofort zurück und brauchen einen vollständigen Neustart.

Warum Papierstaus überhaupt entstehen

Ein einmaliger Stau ist meist kein Zeichen für ein tieferes Problem. Zu viel Papier im Fach, leicht gewelltes oder feuchtes Papier, ein Blatt das schief eingelegt war – das reicht schon.

Wenn Papierstaus aber regelmäßig auftreten, lohnt sich ein Blick auf die Einzugsrollen. Diese kleinen Gummiwalzen, die das Papier greifen und transportieren, können mit der Zeit verschleißen, verhärten oder verschmutzen. Wenn sie nicht mehr richtig greifen, rutscht das Papier oder zieht sich schief ein.

Die Rollen lassen sich bei den meisten Geräten mit einem leicht feuchten Tuch reinigen – einfach die Zugangsklappe öffnen und die Rollen vorsichtig abwischen. Bei stärkerem Verschleiß müssen sie ersetzt werden, was je nach Modell selbst machbar oder ein Servicefall ist.

Wer gleichzeitig das Problem hat, dass der Drucker gar kein Papier mehr einzieht, findet dazu mehr im Artikel Drucker zieht kein Papier ein – das ist eine verwandte, aber etwas andere Situation mit eigenen Ursachen.

Ein kleiner Hinweis zum Papier selbst

Nicht jedes Papier ist gleich. Sehr dünnes, sehr dickes oder feuchtes Papier staut sich häufiger. Papier das lange offen gelagert hat und Feuchtigkeit gezogen hat, wellt sich leicht – und gewelltes Papier zieht sich schief ein.

Für normalen Bürobetrieb empfiehlt sich Papier mit 80g/m², trocken gelagert und immer ordentlich im Fach ausgerichtet. Das klingt nach einer Kleinigkeit, reduziert aber die Stauhäufigkeit spürbar.